Val Medel

 

Die Val Medel erstreckt sich entlang der Passstrasse von Disentis bis zum Lukmanierpass. Der Pass verbindet die romanisch sprechende Surselva im Norden mit dem italienisch sprechenden Bleniotal. Von Norden her führt er in die warme Sonne des Südens oder umgekehrt in die klare Alpenluft der Surselva.

Das Tal ist stark landwirtschaftlich geprägt. Die Dörfer am Talboden, die idyllischen Weiler an den Talflanken, die vielen Maiensässsiedlungen und Alpen verleihen ihm einen einzigartigen Charme. Die Landschaft der Val Medel erzählt unzählige Geschichten der bäuerlichen Kultur – vom Bergackerbau, von den historischen Verkehrswegen und vom traditionellen Handwerk.

 

Das Tal der Ziegen

Die Ziegenhaltung war im Val Medel in den letzten 150 Jahren ein wichtiges Standbein der Medelser Bauernfamilien. Jeder Bauer hielt ein paar Ziegen, um im Sommer etwas Milch und Käse zum Eigengebrauch zu haben, während die Kühe auf der Alp weideten. Bis vor 60 Jahren lebten um die 1000 Ziegen im Tal, heute sind es noch drei Ziegenbauern mit rund 150 Tieren. Die Folgen des Rückgangs der Ziegen sind in der Landschaft sichtbar: Die Val Medel wächst mehr und mehr zu. Der Wald erobert sich Weideflächen zurück. Dies ist sowohl für die Sicherheit der Siedlungen und Infrastrukturen sowie für die Erhaltung einer offenen Kulturlandschaft, sprich für die landwirtschaftliche und touristische Nutzung, nachteilig.

Heute hat sich der Verein la caura zum Ziel gesetzt, die Ziegenhaltung im Tal zu fördern. Er will die Kulturlandschaft so erhalten, wie sie entstanden ist, nämlich durch die Beweidung mit Ziegen. Die Alp Puzzetta oberhalb von Fuorns – eine der ältesten Ziegenalpen der Schweiz – wird heute noch mit rund 300 Milchziegen bestossen.

Der medelina liegen die Kultur der Val Medel, die romanische Sprache (medelin als Dialekt des Sursilvan) aber auch die heutigen Herausforderungen des Tals sehr am Herzen. Neben dem Betrieb des Hotels möchte die medelina positive Initiativen fördern, damit die Val Medel auch in Zukunft ein lebendiges und bewirtschaftetes Bergtal bleibt.